Was sind Pro-forma-EBITDA-Anpassungen? Wann sind sie gerechtfertigt, und wie werden sie im FDD-Bericht dokumentiert? Ein praxisnaher Leitfaden.
Pro-forma-Anpassungen sind die umstrittensten Positionen in jeder EBITDA-Bridge. Anders als Non-Recurring Items haben sie keine Entsprechung in der historischen GuV — sie projizieren eine zukünftige Wirkung in die Vergangenheit. Das macht sie mächtig, aber auch angreifbar.
Eine Pro-forma-Anpassung berücksichtigt strukturelle Veränderungen des Unternehmens, die im historischen EBITDA noch nicht vollständig abgebildet sind. Die häufigsten Typen:
Das Target hat während des Betrachtungszeitraums ein anderes Unternehmen erworben. Die EBITDA-Contribution der Akquisition erscheint nur ab dem Erwerbsdatum. Pro-forma: Das volle Jahres-EBITDA der Akquisition wird einbezogen.
Ein Unternehmensteil wurde veräußert. Das EBITDA des verkauften Teils wird aus dem historischen Ergebnis herausgerechnet.
Das Unternehmen hat ein Programm zur Kostenreduktion gestartet (z. B. Personalabbau), das erst teilweise im Betrachtungszeitraum wirksam war. Pro-forma: Der voll annualisierte Effekt wird hochgerechnet.
Ein neuer Großkunde wurde erst zum Oktober des Geschäftsjahres gewonnen. Pro-forma: Das Jahres-EBITDA aus diesem Vertrag wird hochgerechnet.
Bei Non-Recurring Items gibt es eine Buchhaltungszeile — der Beleg ist vorhanden. Bei Pro-forma-Anpassungen hingegen ist die Beweisführung schwieriger:
Ein erfahrener FDD-Analyst prüft jede Pro-forma-Anpassung mit erhöhter Skepsis.
Akzeptable Begründungen umfassen:
Nicht akzeptable Begründungen:
Pro-forma-Anpassungen erscheinen in der EBITDA-Bridge als eigene Kategorie, klar getrennt von Non-Recurring und Run-Rate Items. Der Bericht enthält:
Pro-forma-Anpassungen können den Enterprise Value erheblich verschieben. Bei einem Multiple von 8x bedeutet eine akzeptierte Pro-forma-Anpassung von 500.000 € eine Kaufpreiserhöhung von 4 Mio. €. Zu Recht fordert der Käufer hier höchste Dokumentationsqualität.
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