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Management Add-backs: Prüfung und Argumentation

Wie prüft man Management Add-backs in der FDD? Kriterien, Argumentationslogik und typische Konflikte zwischen Analysten und Management erklärt.

Veröffentlicht am 17. April 2026· 2 Min. Lesezeit

In jeder M&A-Transaktion präsentiert das Target-Management eine Liste von Add-backs — Positionen, die ihrer Meinung nach das EBITDA erhöhen sollten. Die Aufgabe des FDD-Teams: diese Liste kritisch prüfen und nur das akzeptieren, was wirklich vertretbar ist.

Warum Management-Add-backs kritisch geprüft werden müssen

Das Interesse des Verkäufers ist klar: ein möglichst hohes normalisiertes EBITDA, das zu einem möglichst hohen Kaufpreis führt. Daher ist die Management-Add-back-Liste tendenziell optimistisch — und manchmal kreativ.

Die Aufgabe des FDD-Teams ist nicht, alle Add-backs zu blockieren, sondern fair und belastbar zu prüfen: Was ist tatsächlich einmalig? Was ist strukturell? Und was ist schlicht nicht vertretbar?

Kriterien für einen akzeptablen Add-back

Ein Add-back sollte folgende Kriterien erfüllen:

  1. Nachweisbarkeit: Gibt es einen Beleg im Datenraum? Rechnungen, GL-Buchungen, Verträge, Urteile?
  2. Nicht-Wiederkehr: Gibt es strukturelle Gründe, warum dieser Aufwand in der Zukunft nicht mehr anfallen wird?
  3. Relevanz: Ist der Betrag materiell oder so klein, dass er das Gesamtbild nicht verändert?
  4. Konsistenz: Ist die Argumentation konsistent mit anderen Anpassungen im Bericht?

Typische Kategorien von Management-Add-backs

Legitime Add-backs

  • Transaktionskosten (Berater, Anwälte) — klar einmalig
  • Abfindungszahlungen nach einem dokumentierten Personalabbau
  • Kosten eines einmaligen Rechtsstreits, der abgeschlossen ist
  • Betriebsunterbrechungskosten durch ein identifizierbares Ereignis (Brand, Naturkatastrophe)

Graubereiche

  • Restrukturierungskosten, die in drei Jahren in Folge anfallen (strukturell?)
  • Strategische Beratungskosten (einmalig oder laufend?)
  • IT-Investitionen, die als einmalig deklariert werden, aber regelmäßig anfallen

Nicht akzeptable Add-backs

  • „Hypothetisches" EBITDA: „Wenn wir diese Produktlinie nicht hätten, würde das EBITDA höher sein"
  • Umsatzverluste, die als Kosten Add-back deklariert werden
  • Künftige Synergien, die noch nicht eingetreten sind

Die Argumentation im Management-Call

Im Management-Call werden Add-backs direkt diskutiert. Ein erfahrener FDD-Analyst stellt dabei präzise Fragen:

  • „Sie haben einen Rechtsstreit als einmaligen Aufwand deklariert — können Sie mir den Abschluss des Verfahrens belegen?"
  • „Diese Beratungskosten tauchen in allen drei Jahren auf — was ist das strukturelle Element dahinter?"
  • „Der Sonderbonus: War der vertraglich vereinbart oder eine Ermessensentscheidung?"

Was in den Bericht geht

Im FDD-Bericht erscheinen typischerweise zwei Kategorien:

  • Anerkannte Anpassungen: Mit Beleg und Begründung
  • Vom Management vorgeschlagene, aber nicht anerkannte Anpassungen: Mit Erläuterung, warum sie abgelehnt wurden

Diese Transparenz schützt den Käufer und zeigt die Qualität der FDD-Arbeit.


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