Management Add-backs: Prüfung und Argumentation
Wie prüft man Management Add-backs in der FDD? Kriterien, Argumentationslogik und typische Konflikte zwischen Analysten und Management erklärt.
In jeder M&A-Transaktion präsentiert das Target-Management eine Liste von Add-backs — Positionen, die ihrer Meinung nach das EBITDA erhöhen sollten. Die Aufgabe des FDD-Teams: diese Liste kritisch prüfen und nur das akzeptieren, was wirklich vertretbar ist.
Warum Management-Add-backs kritisch geprüft werden müssen
Das Interesse des Verkäufers ist klar: ein möglichst hohes normalisiertes EBITDA, das zu einem möglichst hohen Kaufpreis führt. Daher ist die Management-Add-back-Liste tendenziell optimistisch — und manchmal kreativ.
Die Aufgabe des FDD-Teams ist nicht, alle Add-backs zu blockieren, sondern fair und belastbar zu prüfen: Was ist tatsächlich einmalig? Was ist strukturell? Und was ist schlicht nicht vertretbar?
Kriterien für einen akzeptablen Add-back
Ein Add-back sollte folgende Kriterien erfüllen:
- Nachweisbarkeit: Gibt es einen Beleg im Datenraum? Rechnungen, GL-Buchungen, Verträge, Urteile?
- Nicht-Wiederkehr: Gibt es strukturelle Gründe, warum dieser Aufwand in der Zukunft nicht mehr anfallen wird?
- Relevanz: Ist der Betrag materiell oder so klein, dass er das Gesamtbild nicht verändert?
- Konsistenz: Ist die Argumentation konsistent mit anderen Anpassungen im Bericht?
Typische Kategorien von Management-Add-backs
Legitime Add-backs
- Transaktionskosten (Berater, Anwälte) — klar einmalig
- Abfindungszahlungen nach einem dokumentierten Personalabbau
- Kosten eines einmaligen Rechtsstreits, der abgeschlossen ist
- Betriebsunterbrechungskosten durch ein identifizierbares Ereignis (Brand, Naturkatastrophe)
Graubereiche
- Restrukturierungskosten, die in drei Jahren in Folge anfallen (strukturell?)
- Strategische Beratungskosten (einmalig oder laufend?)
- IT-Investitionen, die als einmalig deklariert werden, aber regelmäßig anfallen
Nicht akzeptable Add-backs
- „Hypothetisches" EBITDA: „Wenn wir diese Produktlinie nicht hätten, würde das EBITDA höher sein"
- Umsatzverluste, die als Kosten Add-back deklariert werden
- Künftige Synergien, die noch nicht eingetreten sind
Die Argumentation im Management-Call
Im Management-Call werden Add-backs direkt diskutiert. Ein erfahrener FDD-Analyst stellt dabei präzise Fragen:
- „Sie haben einen Rechtsstreit als einmaligen Aufwand deklariert — können Sie mir den Abschluss des Verfahrens belegen?"
- „Diese Beratungskosten tauchen in allen drei Jahren auf — was ist das strukturelle Element dahinter?"
- „Der Sonderbonus: War der vertraglich vereinbart oder eine Ermessensentscheidung?"
Was in den Bericht geht
Im FDD-Bericht erscheinen typischerweise zwei Kategorien:
- Anerkannte Anpassungen: Mit Beleg und Begründung
- Vom Management vorgeschlagene, aber nicht anerkannte Anpassungen: Mit Erläuterung, warum sie abgelehnt wurden
Diese Transparenz schützt den Käufer und zeigt die Qualität der FDD-Arbeit.
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