Transaction-Services-Fallstudie
Atlas Components S.r.l. — Schwerindustrie & Landmaschinen
Ein europäischer Private-Equity-Fonds beauftragt ein Transaction-Services-Team mit der Bewertung von Atlas Components S.r.l., einem norditalienischen Hersteller von Schwer- und Landmaschinen (€93,8M Umsatz). EBITDA normalisieren, Working-Capital-Trends analysieren und den Eigenkapitalwert berechnen.
Missionskontext
Die Gesellschafter von Atlas Components ('Atlas') haben exklusive Verhandlungen mit einer europäischen Industriegruppe aufgenommen. Ihr Team wurde damit beauftragt, eine Financial Due Diligence (FDD) im Rahmen dieser Akquisition durchzuführen. Atlas ist ein etablierter Hersteller von Präzisionskomponenten für Schwer- und Landmaschinen mit Hauptsitz in Norditalien und Produktionsstätten in Polen und der Tschechischen Republik. Umsatz Jahr N: €93,8M; berichtetes EBITDA: €13,0M. Zur Verfügung gestellte Unterlagen: geprüfte Jahresabschlüsse 3 Jahre, Management Reporting, monatliches Working-Capital-Dashboard 24 Monate, Auditberichte. Ihre Aufgabe: das bereinigte EBITDA bestimmen, die bereinigte Nettoverschuldung berechnen und die wesentlichen Risiken für den Erwerber identifizieren.
Unternehmensübersicht
Der Sektor der Präzisionsfertigung für Schwer- und Landmaschinen ist durch lange Zyklen, dauerhafte Kundenbeziehungen und hohe Markteintrittsbarrieren gekennzeichnet. Die Hauptkunden sind OEMs und Maschinenbauunternehmen, die jahrelange Qualifizierungszeiten für neue Lieferanten benötigen. Diese Markteigenheit schafft eine natürliche Kundentreue, ist jedoch ein zweischneidiges Schwert: Jeder Kundenverlust hat erhebliche Auswirkungen auf Umsatz und Auslastung.
Der Margendruckes hat sich in den letzten Jahren verschärft, bedingt durch steigende Rohstoffkosten und die geografische Expansion nach Mittel- und Osteuropa. Unternehmen, die in diese Regionen expandiert haben, profitieren von niedrigeren Produktionskosten, sehen sich jedoch Integrationsrisiken und operativen Komplexitäten ausgesetzt, wie Atlas' polnische Reorganisation in Jahr N zeigt. Das Working Capital ist tendenziell hoch, da Vorräte für kundenspezifische Produktionen aufrechterhalten werden müssen und die Zahlungsbedingungen gegenüber großen OEM-Kunden wenig Verhandlungsspielraum lassen.
Auf der Bewertungsseite handeln Unternehmen in diesem Sektor typischerweise mit dem 6- bis 9-fachen des normalisierten EBITDA. Der genaue Multiplikator hängt von der Kundenkonzentration, der geografischen Diversifizierung und der Qualität des Auftragsbestands ab. Für einen Verkäufer wie Atlas — mit starkem historischen Wachstum, aber erheblichen nicht-wiederkehrenden Posten in Jahr N — ist die sorgfältige Normalisierung des EBITDA entscheidend für die Kaufpreisermittlung.
€93,8M
Umsatz Jahr N
€13,0M
EBITDA Jahr N
3
Länder
4
Hauptkunden
Geprüfte Jahresabschlüsse
| Bilanz (T€) | 2022 | 2023 |
|---|---|---|
| Immaterielle Anlagen | 2 145 | 2 098 |
| Sachanlagen | 18 772 | 21 304 |
| Gesamt Anlagevermögen | 20 917 | 23 402 |
| Vorräte | 12 446 | 15 928 |
| Forderungen aus L&L | 10 182 | 13 417 |
| Zahlungsmittel | 4 106 | 5 284 |
| Bilanzsumme | 47 651 | 58 031 |
| Verbindlichkeiten aus L&L | -8 274 | -8 012 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | -5 454 | -7 170 |
| Finanzschulden | -6 730 | -7 009 |
| Eigenkapital | 27 193 | 35 840 |
Anhangangaben
Hinweis 1 — Versicherungsentschädigung (sonstige betriebliche Erträge Jahr N)
Nach einem Lagerbrand Ende Jahr N-1 erhielt das Unternehmen eine Versicherungsentschädigung von €800k, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen Jahr N erfasst ist. Dieser Posten ist definitionsgemäß nicht wiederkehrend und bläht das berichtete EBITDA Jahr N auf. Negative Anpassung des normalisierten EBITDA: −€800k.
Hinweis 2 — Polnische Reorganisation (€1,3M) und Managementbonus (€1,0M) in Jahr N
Zwei positive Anpassungen in Jahr N: (a) Reorganisation der polnischen Produktionslinie — €1,3M Einmalaufwand zur langfristigen Effizienzsteigerung. Positive Anpassung: +€1.300k. (b) Diskretionärer Managementbonus — €1,0M, beim Erreichen eines wichtigen Meilensteins im Veräußerungsprozess gewährt. Diese Boni fallen nach der Akquisition nicht mehr an. Positive Anpassung: +€1.000k.
Hinweis 3 — Schuldenähnliche Posten: Factoring (€3,2M), IFRS 16 (€4,85M), Earn-out (TBD)
Bei der Berechnung der bereinigten Nettoverschuldung sind folgende Posten zu berücksichtigen: (a) Factoringprogramm mit Rückgriffsrecht €3,2M — da die Risiken nicht vollständig übertragen wurden, ist dies als Finanzverbindlichkeit zu behandeln; (b) IFRS-16-Leasingverbindlichkeiten €4,85M — langfristige Nutzungsrechte an Gebäuden und Maschinen; (c) Earn-out aus einer früheren Akquisition — Betrag noch nicht bekannt, bei Quantifizierung einzubeziehen. Bereinigte Nettoverschuldung: von €1,725M (eingeschränkt) auf ≈€9,775M (bereinigt).
| Gewinn- und Verlustrechnung (T€) | 2022 | 2023 |
|---|---|---|
| Umsatz | 84 260 | 93 845 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | -43 918 | -49 876 |
| Fremdleistungskosten | -5 204 | -6 118 |
| Externe Dienstleistungen | -6 320 | -6 722 |
| Personalkosten | -16 204 | -17 905 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1 205 | 2 146 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -2 674 | -2 321 |
| Berichtetes EBITDA | 11 145 | 13 049 |
| Abschreibungen — Sachanlagen | -3 112 | -3 604 |
| Amortisation — immaterielle Anlagen | -792 | -914 |
| Berichtetes EBIT | 7 241 | 8 531 |
| Zinsaufwand | -1 142 | -1 298 |
| Zinsertrag | 56 | 75 |
| Ergebnis vor Steuern | 6 155 | 7 308 |
| Körperschaftsteuer | -1 713 | -2 064 |
| Nettoergebnis | 4 442 | 5 244 |
Monatliches NWC-Dashboard
| Nettoverschuldungsbrücke (T€) — per 31. Dezember Jahr N | T€ |
|---|---|
| Bankdarlehen (langfristig + revolvierend) | 5 744 |
| Gesellschafterdarlehen | 1 265 |
| Brutto-Finanzschulden | 7 009 |
| Verfügbare Zahlungsmittel | -5 284 |
| Ausgewiesene Nettoverschuldung | 1 725 |
| (+) Factoring mit Rückgriff | 3 200 |
| (+) IFRS-16-Leasingverpflichtungen | 4 850 |
| (+) Restlicher Earn-out | Zu bestätigen |
| Bereinigte Nettoverschuldung | 9 775 |
Interview-Fragen
Beurteilen Sie die Relevanz der identifizierten Posten und bestimmen Sie, was bei der Analyse der nachhaltigen Profitabilität des Unternehmens zu berücksichtigen ist (bereinigtes EBITDA).
Identifizieren Sie, welche Elemente bei der Beurteilung der tatsächlichen Verschuldung des Unternehmens zu berücksichtigen sind (bereinigte Nettoverschuldung).
Erstellen Sie eine prägnante Zusammenfassung: wesentliche identifizierte Finanzrisiken, potenzielle Red Flags für den Erwerber, Schlüsselfragen für das nächste Management-Meeting.
Antworten auf Senior-Analyst-Niveau — Big 4 Transaction Services
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Häufig gestellte Fragen
Welches Niveau ist für diesen Fall erforderlich?
Ein Master-1/Master-2-Niveau in Finanzwesen oder Wirtschaftsprüfung mit grundlegenden Bilanzkenntnissen. Das Datenvolumen (€93,8M Umsatz, Bilanz mit mehreren Einmalposten) ist repräsentativ für einen mittelgroßen Deal in Big-4-TS. Planen Sie 90 Minuten ein.Spiegelt dieser Fall echte Financial-Due-Diligence-Übungen wider?
Ja. Die Anpassungen (Versicherungsentschädigung, einmalige Reorganisation, diskretionärer Bonus) und die gestellten Fragen reproduzieren die tatsächlich in Transaction-Services-Interviews für Deals zwischen €50M und €200M EV verwendeten Übungen.Kann ich diesen Fall nutzen, wenn ich noch nicht im Finanz-Master-Studium bin?
Ja, mit den Grundlagen: Gewinn- und Verlustrechnungen und Bilanzen lesen können. Das Transaction Services Training-Programm deckt den Rest ab. Dieser Fall kann als Selbsteinschätzung vor dem Programmstart dienen.Erklärt die Korrektur häufige Fallstricke?
Ja. Die vollständige Korrektur erläutert jede Anpassung mit ihrer Begründung, die häufigsten Kandidatenfehler und die Formulierungen, die einen Big-4-Manager beeindrucken.Gibt es weitere Fälle im Programm?
Das Programm umfasst 8+ korrigierte Fallstudien zu SaaS, Distribution, Schwerindustrie und B2B-Dienstleistungen. Jeder Fall wird mit einem Excel-Modell und Expertenfeedback begleitet.
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