Working-Capital-Target im Unternehmenskaufvertrag: Wie wird es berechnet, verhandelt und wie wirkt es sich auf den Kaufpreis aus?
Das Working-Capital-Target ist einer der am häufigsten unterschätzten Aspekte einer M&A-Transaktion — und gleichzeitig einer der häufigsten Streitpunkte nach Closing. Eine saubere FDD ist hier entscheidend.
Im Unternehmenskaufvertrag (SPA) wird ein Zielwert für das Net Working Capital festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viel operatives Betriebskapital das Unternehmen beim Closing haben sollte.
Liegt das tatsächliche NWC beim Closing:
Die FDD liefert die Grundlage für das Target. Der Standardansatz:
12-Monats-Durchschnitt des bereinigten NWC aus dem Betrachtungszeitraum.
Dabei werden einmalige oder ungewöhnliche Positionen herausgerechnet (z. B. ein außerordentlich hoher Forderungsbestand durch einen Großauftrag, der nicht wiederkehrt).
Das Ergebnis: Ein normalisiertes, bereinigtes Durchschnitts-NWC, das als „normale" Betriebsanforderung gilt.
Der Verkäufer möchte ein möglichst niedriges Target. Je niedriger das Target, desto wahrscheinlicher, dass das tatsächliche NWC beim Closing darüber liegt — und er eine Nachzahlung erhält.
Der Käufer möchte ein hohes Target — um sicherzustellen, dass er ausreichend operatives Kapital erhält, um das Unternehmen direkt nach Closing zu betreiben.
Die FDD liefert den unabhängigen Analysebefund: Was ist das bereinigte Durchschnitts-NWC? Was sind Einmaleffekte? Wie saisonalitätsbereinigt ist der Wert?
Das Target wird dann auf Basis dieser Analyse verhandelt — aber die FDD-Zahlen sind der Ausgangspunkt.
Post-Closing-NWC-Streitigkeiten sind häufig und teuer. Typische Ursachen:
Expertenurteile (oft forensische Buchprüfer) werden bei erheblichen Streitigkeiten eingeschaltet.
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