Was ist eine Vendor Due Diligence? Wie unterscheidet sie sich von der Buy-Side-FDD? Ablauf, Besonderheiten und typische Einsatzgebiete erklärt.
Nicht jede Due Diligence wird vom Käufer beauftragt. In vielen Transaktionen — insbesondere bei Private-Equity-Verkäufen und strukturierten Prozessen — erstellt der Verkäufer selbst einen FDD-Bericht, den er potenziellen Käufern zur Verfügung stellt. Das ist die Vendor Due Diligence, kurz VDD.
Eine VDD ist eine Financial Due Diligence, die im Auftrag des Verkäufers durchgeführt wird. Ziel ist es, den Verkaufsprozess zu strukturieren und potenziellen Käufern eine solide Informationsbasis zu liefern.
Die VDD wird in der Regel von einer unabhängigen dritten Partei (z. B. einem Big-4-Haus oder einer Boutique) erstellt — nicht vom Verkäufer selbst. Das verleiht ihr Glaubwürdigkeit.
| Kriterium | Buy-Side-FDD | Vendor Due Diligence |
|---|---|---|
| Auftraggeber | Käufer | Verkäufer |
| Skeptizismus | Hoch (Käuferinteressen) | Moderater, aber unabhängig |
| Management-Zugang | Begrenzt | Umfassend |
| Zeitpunkt | Kurz vor Signing | Vor dem Bieterprozess |
| Vertretung | Wird nicht an Käufer weitergereicht | Wird an Kaufinteressenten verteilt |
Eine VDD enthält im Wesentlichen dieselben Kapitel wie eine Buy-Side-FDD:
Der entscheidende Unterschied: Im VDD-Bericht werden die Stärken des Unternehmens klarer herausgearbeitet. Die Anpassungen sind tendenziell umfangreicher — weil der Verkäufer sein EBITDA möglichst hoch darstellen will.
Käufer, die einen VDD-Bericht erhalten, müssen sich bewusst sein:
Deshalb beauftragen viele Käufer trotz vorhandener VDD eine ergänzende Confirmatory Due Diligence — eine schlankere FDD, die sich auf die Validierung der VDD-Ergebnisse konzentriert.
Im Interview werden Sie nicht nur nach Buy-Side-FDD gefragt. Wenn Sie zeigen, dass Sie den VDD-Kontext kennen — und die Unterschiede in Perspektive und Prüftiefe erklären können — signalisieren Sie echte Praxisreife.
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