Unternehmensverkauf: FDD aus der Verkäuferperspektive
Was bedeutet FDD für den Verkäufer? Wie bereitet man sich als Unternehmen auf eine Financial Due Diligence vor? Leitfaden aus Verkäufersicht.
Für TS-Analysten ist es wichtig, nicht nur die Buy-Side-Perspektive zu verstehen, sondern auch die Verkäuferseite. Was macht ein Unternehmen attraktiv für einen Käufer? Und welche Rolle spielt die FDD dabei?
Die Herausforderung des Verkäufers
Ein Unternehmensverkauf ist für die meisten Eigentümer kein alltäglicher Vorgang. Die häufigsten Fehler auf der Verkäuferseite:
- Unzureichende Datenverfügbarkeit: Monatsberichte, GL-Details und Verträge fehlen oder sind unvollständig
- Unklare Unternehmensstruktur: Welche Gesellschaft gehört zum Deal, welche nicht?
- Nachlässige historische Aufzeichnungen: Kosten wurden nicht klar kategorisiert
- Fehlende Begründungen für Add-backs: Das Management weiß, was einmalig war — aber kann es nicht belegen
Wer als Verkäufer gut vorbereitet ist, erzielt nicht nur höhere Preise, sondern reduziert auch Unsicherheiten, die zu Preisabschlägen führen können.
Was ein Verkäufer vor dem Prozess vorbereiten sollte
Finanzielle Dokumentation
- Testierte Jahresabschlüsse der letzten drei bis fünf Jahre
- Monatliche Management Accounts (GuV, Bilanz)
- GL-Berichte für wesentliche Positionen
- Erläuterungen zu wesentlichen Einmaleffekten der Vergangenheit
Management Information Package (MIP)
Ein gut aufbereitetes MIP enthält:
- Historische GuV mit Kommentaren
- Erste Add-Back-Bridge mit Belegen
- KPI-Dashboard (Umsatzentwicklung, Margen, Kundenentwicklung)
- Überblick über die Unternehmensstruktur
Vendor Due Diligence
In vielen strukturierten Prozessen beauftragen Verkäufer eine VDD, bevor Käufer in den Prozess eintreten. Vorteile:
- Kontrolle über die Darstellung der Ergebnisse
- Frühzeitiges Erkennen und Klären von Risikopunkten
- Beschleunigung des Prozesses für Bieter
Die Add-Back-Diskussion aus Verkäuferperspektive
Als Verkäufer möchten Sie möglichst viele Add-backs akzeptiert bekommen — das erhöht den Kaufpreis. Aber: Aggressiv aufgestellte Add-backs ohne Belege führen zu Diskussionen, Verzögerungen und Vertrauensverlust.
Die beste Strategie: Bereiten Sie Ihre Add-back-Liste konservativ auf — mit vollständiger Dokumentation. Ein kleinerer Add-back, der akzeptiert wird, ist mehr wert als ein großer, der zu einem Streit führt.
Was TS-Analysten aus Verkäuferperspektive lernen können
Das Verständnis der Verkäuferperspektive macht bessere TS-Analysten:
- Sie erkennen, welche Add-backs möglicherweise strategisch präsentiert werden
- Sie verstehen, welche Informationen typischerweise im Verkäuferinteresse zurückgehalten werden
- Sie können Management-Calls effektiver nutzen, um die Datenbasis zu vervollständigen
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