Normalisiertes EBITDA: Ein konkretes Rechenbeispiel
Normalisiertes EBITDA berechnen: Ein Schritt-für-Schritt-Rechenbeispiel mit EBITDA-Bridge, Anpassungsposten und Ergebnis. Ideal für die Interview-Vorbereitung.
Theoretisches Wissen ist gut — ein Rechenbeispiel ist besser. Hier ist eine vollständige EBITDA-Normalisierung, wie sie in einer echten FDD vorkommen könnte.
Das Ausgangsszenario
Unternehmen: Müller Maschinenbau GmbH
Branche: Industrieequipment
Betrachtungszeitraum: Geschäftsjahr 2024
Reportetes EBITDA laut GuV: 8,2 Mio. €
Die EBITDA-Marge auf Basis eines Umsatzes von 42 Mio. € beträgt damit 19,5 % — auf den ersten Blick solide.
Die Anpassungsposten
Non-Recurring Items
1. Restrukturierungskosten (Stellenabbau): +0,45 Mio. €
In Q2 2024 wurden 12 Mitarbeiter abgebaut. Die Abfindungskosten wurden einmalig und als Sonderposten in der GuV ausgewiesen. Beleg: HR-Unterlagen und Abfindungsverträge im Datenraum.
2. Beraterhonorare (M&A-bezogen): +0,30 Mio. €
Der Gesellschafter hatte bereits seit Frühjahr 2024 einen M&A-Berater mandatiert. Diese Kosten laufen über die Gesellschaft und sind klar transaktionsbezogen. Beleg: Beratervertrag und Rechnungen.
3. Rechtsstreit mit Lieferanten: +0,15 Mio. €
Ein einmaliger Rechtsstreit über fehlerhafte Teile, der 2024 abgeschlossen und vollständig bezahlt wurde. Beleg: Gerichtsurteil und Zahlungsnachweis.
4. Einmalertrag aus Grundstücksverkauf: −0,20 Mio. €
Ein betrieblich nicht mehr genutztes Grundstück wurde verkauft. Der Buchgewinn erhöhte das EBITDA 2024. Da es sich um einen einmaligen Erlös handelt, wird er herausgenommen.
Run-Rate Adjustment
5. Kostensenkung durch neues ERP-System: +0,25 Mio. €
Im September 2024 wurde ein neues ERP-System eingeführt, das laut Management jährlich ca. 500 T€ an IT-Support- und Lizenzkosten einspart. Da die Einsparung erst ab Oktober 2024 wirkt, wurden im GJ 2024 nur 3/12 = 125 T€ erfasst. Run-Rate-Effekt: 500 T€ − 125 T€ = 375 T€ → wir setzen 250 T€ konservativ an.
Pro-Forma Adjustment
6. Gehaltsanpassung Gesellschafter-GF: +0,35 Mio. €
Der Gesellschafter-Geschäftsführer bezieht 800 T€ Jahresgehalt. Ein marktübliches Gehalt für diese Funktion in dieser Unternehmensgröße liegt bei 450 T€. Normalisierungsanpassung: +350 T€.
Die EBITDA-Bridge
| Position | Betrag |
|---|---|
| Reportetes EBITDA | 8.200 T€ |
| + Restrukturierungskosten | +450 T€ |
| + M&A-Beraterkosten | +300 T€ |
| + Rechtsstreitkosten | +150 T€ |
| − Grundstücksverkaufserlös | −200 T€ |
| + ERP-Kosteneinsparung (Run-Rate) | +250 T€ |
| + Gehaltsanpassung GF | +350 T€ |
| = Normalisiertes EBITDA | 9.500 T€ |
Was das bedeutet
Das normalisierte EBITDA beträgt 9,5 Mio. € — eine Erhöhung von 1,3 Mio. € gegenüber dem reporteten Wert (ca. +16 %). Bei einem angenommenen Multiple von 8x entspricht das einer Kaufpreiserhöhung von rund 10,4 Mio. €.
Die normalisierte EBITDA-Marge liegt bei 22,6 % — deutlich attraktiver als die reporteten 19,5 %.
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