Transaction Services Training
Zurück zu allen Artikeln
normalisiertes-ebitdarechenbeispielebitda-bridgeinterview

Normalisiertes EBITDA: Ein konkretes Rechenbeispiel

Normalisiertes EBITDA berechnen: Ein Schritt-für-Schritt-Rechenbeispiel mit EBITDA-Bridge, Anpassungsposten und Ergebnis. Ideal für die Interview-Vorbereitung.

Veröffentlicht am 17. April 2026· 3 Min. Lesezeit

Theoretisches Wissen ist gut — ein Rechenbeispiel ist besser. Hier ist eine vollständige EBITDA-Normalisierung, wie sie in einer echten FDD vorkommen könnte.

Das Ausgangsszenario

Unternehmen: Müller Maschinenbau GmbH
Branche: Industrieequipment
Betrachtungszeitraum: Geschäftsjahr 2024

Reportetes EBITDA laut GuV: 8,2 Mio. €

Die EBITDA-Marge auf Basis eines Umsatzes von 42 Mio. € beträgt damit 19,5 % — auf den ersten Blick solide.

Die Anpassungsposten

Non-Recurring Items

1. Restrukturierungskosten (Stellenabbau): +0,45 Mio. €
In Q2 2024 wurden 12 Mitarbeiter abgebaut. Die Abfindungskosten wurden einmalig und als Sonderposten in der GuV ausgewiesen. Beleg: HR-Unterlagen und Abfindungsverträge im Datenraum.

2. Beraterhonorare (M&A-bezogen): +0,30 Mio. €
Der Gesellschafter hatte bereits seit Frühjahr 2024 einen M&A-Berater mandatiert. Diese Kosten laufen über die Gesellschaft und sind klar transaktionsbezogen. Beleg: Beratervertrag und Rechnungen.

3. Rechtsstreit mit Lieferanten: +0,15 Mio. €
Ein einmaliger Rechtsstreit über fehlerhafte Teile, der 2024 abgeschlossen und vollständig bezahlt wurde. Beleg: Gerichtsurteil und Zahlungsnachweis.

4. Einmalertrag aus Grundstücksverkauf: −0,20 Mio. €
Ein betrieblich nicht mehr genutztes Grundstück wurde verkauft. Der Buchgewinn erhöhte das EBITDA 2024. Da es sich um einen einmaligen Erlös handelt, wird er herausgenommen.

Run-Rate Adjustment

5. Kostensenkung durch neues ERP-System: +0,25 Mio. €
Im September 2024 wurde ein neues ERP-System eingeführt, das laut Management jährlich ca. 500 T€ an IT-Support- und Lizenzkosten einspart. Da die Einsparung erst ab Oktober 2024 wirkt, wurden im GJ 2024 nur 3/12 = 125 T€ erfasst. Run-Rate-Effekt: 500 T€ − 125 T€ = 375 T€ → wir setzen 250 T€ konservativ an.

Pro-Forma Adjustment

6. Gehaltsanpassung Gesellschafter-GF: +0,35 Mio. €
Der Gesellschafter-Geschäftsführer bezieht 800 T€ Jahresgehalt. Ein marktübliches Gehalt für diese Funktion in dieser Unternehmensgröße liegt bei 450 T€. Normalisierungsanpassung: +350 T€.

Die EBITDA-Bridge

PositionBetrag
Reportetes EBITDA8.200 T€
+ Restrukturierungskosten+450 T€
+ M&A-Beraterkosten+300 T€
+ Rechtsstreitkosten+150 T€
− Grundstücksverkaufserlös−200 T€
+ ERP-Kosteneinsparung (Run-Rate)+250 T€
+ Gehaltsanpassung GF+350 T€
= Normalisiertes EBITDA9.500 T€

Was das bedeutet

Das normalisierte EBITDA beträgt 9,5 Mio. € — eine Erhöhung von 1,3 Mio. € gegenüber dem reporteten Wert (ca. +16 %). Bei einem angenommenen Multiple von 8x entspricht das einer Kaufpreiserhöhung von rund 10,4 Mio. €.

Die normalisierte EBITDA-Marge liegt bei 22,6 % — deutlich attraktiver als die reporteten 19,5 %.


Üben Sie EBITDA-Normalisierungen an weiteren Szenarien: Unser €119,99-Programm (einmalige Zahlung) enthält 8+ vollständige Fallstudien, über 150 klassifizierte EBITDA-Anpassungen und Excel-Modelle mit vollständigen Bridges. Perfekt für Ihre TS-Interview-Vorbereitung.