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Locked Box vs. Completion Accounts im M&A

Locked Box oder Completion Accounts? Beide Methoden haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Preisfindung. Eine verständliche Erklärung für TS-Kandidaten.

Veröffentlicht am 17. April 2026· 2 Min. Lesezeit

Im Unternehmenskaufvertrag (SPA) ist eine der fundamentalen Entscheidungen: Wie wird der endgültige Kaufpreis bestimmt? Zwei Mechanismen dominieren den Markt — Locked Box und Completion Accounts. Wer in Transaction Services arbeitet, muss beide sicher erklären können.

Das Completion-Accounts-Modell

Beim Completion-Accounts-Ansatz wird der Kaufpreis auf Basis des Unternehmenswerts zum Closing-Datum berechnet. Der Ablauf:

  1. Signing: Ein vorläufiger Kaufpreis wird vereinbart
  2. Zwischen Signing und Closing läuft das Unternehmen weiter
  3. Nach Closing: Aufstellung des Completion-Abschlusses (NWC, Net Debt)
  4. Vergleich mit dem Zielwert → Kaufpreisanpassung

Der Vorteil für den Käufer: Er bekommt das Unternehmen in dem Zustand, der vertraglich definiert wurde — Abweichungen werden ausgeglichen.

Der Nachteil: Post-Closing-Streitigkeiten über die Berechnungen sind häufig und kostspielig.

Das Locked-Box-Modell

Beim Locked-Box-Ansatz wird ein historisches Datum als Bewertungsstichtag festgelegt (die „Locked Box"). Nach diesem Datum:

  • Werden keine Werttransfers aus dem Unternehmen mehr genehmigt (keine Dividenden, keine Managementvergütungen über marktübliche Werte)
  • Läuft das Unternehmen wirtschaftlich bereits auf Käuferrechnung
  • Erhält der Verkäufer eine Vergütung für die „Nutzungsperiode" (Ticker oder Locked-Box-Zinsen)

Der Vorteil: Weniger Post-Closing-Streitigkeiten, mehr Planungssicherheit.

Der Nachteil für den Käufer: Er trägt bereits ab dem Locked-Box-Datum das wirtschaftliche Risiko, hat aber noch keine Kontrolle.

Wann wird welches Modell verwendet?

Completion Accounts sind verbreitet bei:

  • Angloamerikanischen Transaktionen
  • Situationen, bei denen die Finanzinformationen zum Stichtag noch nicht verfügbar sind
  • Wenn der Käufer auf eine präzise Zustandsbeschreibung beim Closing besteht

Locked Box ist verbreitet bei:

  • Europäischen (insbesondere kontinentalen) Transaktionen
  • PE-Prozessen, bei denen Käuferwettbewerb einen sauberen Prozess verlangt
  • Wenn der Verkäufer Planungssicherheit über den endgültigen Kaufpreis haben möchte

Die Rolle der FDD

In einem Locked-Box-Prozess analysiert die FDD:

  • Die Qualität der historischen Zahlen zum Locked-Box-Datum
  • Potenzielle „Leakage" — also Werttransfers, die nach dem Stichtag stattfanden

In einem Completion-Accounts-Prozess liegt der Fokus stärker auf der NWC-Definition und dem Net-Debt-Mechanismus.

Was das für TS-Interviews bedeutet

Wenn ein Interviewer fragt: „Was ist der Unterschied zwischen Locked Box und Completion Accounts?" — antworten Sie mit:

  1. Definitionen und Mechanismus
  2. Vor- und Nachteile aus Käufer- und Verkäuferperspektive
  3. Kontext, wann welches Modell typisch ist
  4. Implikationen für die FDD-Arbeit

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