Fallstudie im TS-Interview: So gehen Sie vor
Wie meistert man eine Fallstudie im Transaction Services Interview? Schritt-für-Schritt-Anleitung für Bewerber mit konkreten Tipps.
Die Fallstudie ist das Herzstück vieler TS-Interviews. Sie zeigt, ob ein Kandidat nicht nur Definitionen kennt, sondern auch mit echtem Zahlenmaterial umgehen kann. Dieser Artikel zeigt, wie Sie systematisch vorgehen.
Was erwartet Sie in einer TS-Fallstudie?
Typischerweise bekommen Sie:
- Einen vereinfachten P&L (2–4 Jahre historisch)
- Eine Liste von potenziellen EBITDA-Adjustierungen
- Manchmal eine Bilanz oder NWC-Zeitreihe
Ihre Aufgabe: Eine normalisierte EBITDA-Brücke bauen, NWC analysieren und Ihre Ergebnisse präsentieren.
Schritt 1: Überblick verschaffen (5 Minuten)
Bevor Sie rechnen, lesen Sie alles einmal durch.
- Welche Branche? Welches Geschäftsmodell?
- Welche Datenjahre liegen vor?
- Gibt es offensichtliche Ausreißer oder Inkonsistenzen?
Tipp: Schreiben Sie sich 2–3 erste Beobachtungen auf. Das zeigt dem Interviewer, dass Sie strukturiert denken.
Schritt 2: P&L-Analyse (10 Minuten)
- Umsatz: Wachstum plausibel? Konsistent?
- Rohmarge: stabil oder volatil?
- Reported EBITDA: berechnen und für alle Jahre darstellen
Schritt 3: EBITDA-Adjustierungen
Gehen Sie jeden Posten systematisch durch:
- Handelt es sich um einen Einmaleffekt? (Abgrenzungskriterium: nicht wiederkehrend, eindeutig belegbar)
- Wie hoch ist der Betrag?
- Ist er kaufpreis-relevant? (Manche Adjustierungen sind diskussionswürdig)
Dokumentieren Sie jede Adjustierung mit einer kurzen Begründung.
Schritt 4: NWC-Analyse
- Trade Receivables, Inventar, Trade Payables bestimmen
- NWC über Zeit berechnen
- Seasonalitäten oder Ausreißer identifizieren
- Normalisierten NWC vs. aktuellem NWC vergleichen
Schritt 5: Ergebnispräsentation
Strukturieren Sie Ihre Präsentation klar:
- „Das normalisierte EBITDA liegt bei X, basierend auf folgenden Adjustierungen..."
- „Beim Working Capital sehe ich folgendes Bild..."
- „Meine wichtigste Beobachtung / größtes Risiko ist..."
Tipp: Nennen Sie am Ende immer ein Top-Risiko oder offene Frage. Das zeigt kritisches Denken.
Häufige Fehler
- Zu viel Zeit mit Berechnen, zu wenig mit Einordnen
- Adjustierungen ohne Begründung akzeptieren
- Den Interviewer nicht einbeziehen (bei Unsicherheiten ruhig fragen)
Üben Sie mit echten Fallstudien aus unserem Kurs – strukturiert aufgebaut, mit Musterlösungen und typischen Interview-Fragestellungen.
