Transaction Services Training
Zurück zu allen Artikeln
forschung-entwicklungr-and-debitdaaktivierungfdd

F&E-Kosten im EBITDA: Behandlung und Anpassung

Forschungs- und Entwicklungskosten können das EBITDA erheblich beeinflussen. Wie behandelt die FDD F&E und wann sind Anpassungen gerechtfertigt?

Veröffentlicht am 17. April 2026· 2 Min. Lesezeit

Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) sind bei Technologie-, Pharma- und Industrieunternehmen eine wesentliche Kostenposition. In der FDD stellen sie besondere Anforderungen – vor allem wenn Teile davon aktiviert werden.

Grundlagen: Aufwand vs. Aktivierung

Nach IFRS (IAS 38) gilt:

  • Forschungskosten werden immer als Aufwand erfasst (kein Aktivierungswahlrecht)
  • Entwicklungskosten können aktiviert werden, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind (technische Durchführbarkeit, Absicht zur Fertigstellung, etc.)

Nach HGB besteht ein Aktivierungswahlrecht für Entwicklungskosten.

Relevanz für das EBITDA

Wenn Entwicklungskosten aktiviert werden:

  • Fließen sie nicht als laufender Aufwand in den P&L → EBITDA steigt
  • Werden aber als Abschreibungen (D/A) über die Nutzungsdauer verteilt → EBIT sinkt

Folge: Ein Unternehmen, das aggressiv aktiviert, zeigt ein höheres EBITDA als ein vergleichbares Unternehmen, das vollständig aufwandswirksam bucht.

Was TS-Analysten prüfen

  1. Konsistenz der Aktivierungspolitik: Hat sich die Quote im Laufe der Zeit verändert?
  2. Qualität der aktivierten Entwicklungskosten: Sind sie tatsächlich werthaltig?
  3. Cash-EBITDA vs. Reported EBITDA: Bereinigung um aktivierte Eigenleistungen
  4. Abschreibungszeiträume: Zu lange Abschreibungsdauern können Kosten verzögern

Adjustierungslogik

In manchen TS-Berichten wird eine "Cash R&D"-Anpassung vorgenommen:

  • Aktivierte Entwicklungskosten werden als Aufwand behandelt
  • Dies ergibt ein konservativeres, aber transparenteres EBITDA

Dies ist besonders relevant, wenn das Aktivierungsvolumen Material ist oder sich stark verändert hat.

Branchenspezifika

  • Software (SaaS): Hohe Aktivierungsquoten möglich – kritisch hinterfragen
  • Pharma/Biotech: F&E-Investitionen sind oft das Kerngeschäft, nicht adjustierbar
  • Industrie: R&D oft moderater, aber Capex-Grenze zur Produktentwicklung fließend

Verstehen Sie, wie Aktivierungen und F&E das EBITDA beeinflussen – mit Beispielen aus unserem Kurs.