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EV-to-Equity-Brücke: Leitfaden für das TS-Interview

Die EV-to-Equity-Brücke ist eine Kernkompetenz im TS-Interview. Dieser Leitfaden erklärt Aufbau, Positionen und typische Fallstricke.

Veröffentlicht am 17. April 2026· 2 Min. Lesezeit

Kaum eine Frage im Transaction-Services-Interview ist so sicher wie diese: „Erklären Sie mir die Brücke vom Enterprise Value zum Equity Value." Wer hier stockt, verliert wertvolle Punkte. Wer strukturiert antwortet, signalisiert Praxisreife.

Die Logik hinter der Brücke

Der Enterprise Value (EV) ist der Wert des gesamten Unternehmens — unabhängig davon, wie es finanziert ist. Er gehört allen Kapitalgebern: Eigenkapital- und Fremdkapitalgebern.

Der Equity Value ist der Anteil, der nach Abzug aller Verbindlichkeiten den Eigenkapitalgebern (also dem Käufer) zufällt. Er ist damit der eigentliche Kaufpreis für die Anteile.

Die Brücke verbindet beide Größen:

Enterprise Value
− Nettoverschuldung
± Net-Working-Capital-Anpassung
= Equity Value

Schritt 1: Vom EV zur Nettoverschuldung

Die Nettoverschuldung umfasst alle Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel. Aber im TS-Kontext kommen schuldenähnliche Posten hinzu:

  • Pensionsrückstellungen (Barwert nach IAS 19)
  • Steuerverbindlichkeiten aus Betriebsprüfungen
  • Earn-Out-Verbindlichkeiten
  • Transaktionskosten (soweit noch nicht bezahlt)

Jede dieser Positionen reduziert den Kaufpreis, den der Käufer für die Anteile zahlt.

Schritt 2: Die NWC-Anpassung

Zusätzlich zur Nettoverschuldung gibt es in den meisten Transaktionen eine Working-Capital-Anpassung:

  • Das SPA legt ein NWC-Target fest (basierend auf dem normalisierten NWC aus der FDD)
  • Liegt das tatsächliche NWC beim Closing über dem Target → Käufer zahlt mehr
  • Liegt es darunter → Verkäufer zahlt zurück

Diese Anpassung kann je nach Unternehmensgröße mehrere Millionen Euro ausmachen.

Schritt 3: Weitere Brückenposten

In der Praxis kann die Brücke noch weitere Elemente enthalten:

  • Cash-like Items: Positionen, die wie Zahlungsmittel wirken (z. B. zu erstattende Vorsteuern)
  • Locked-Box-Anpassungen: Wenn der Transaktionsstruktur eine Locked Box zugrunde liegt, gibt es stattdessen einen vereinbarten Zinsmechanismus
  • Minderheitsanteile: Wenn das Target Tochtergesellschaften mit Drittbeteiligungen hat

Was Interviewer testen

Gute Interviewer fragen nicht nur die Grundstruktur ab. Sie testen:

  • „Was passiert mit dem Equity Value, wenn Sie eine Pensionsrückstellung von 10 Mio. € entdecken, die im Datenraum fehlte?"
  • „Warum kann Restricted Cash nicht abgezogen werden?"
  • „Wie behandeln Sie überschüssige Zahlungsmittel?"

Auf diese Folgefragen müssen Sie vorbereitet sein.

Häufige Fehler

  1. Nettoverschuldung und schuldenähnliche Posten vermischen: Beide reduzieren den Equity Value, sind aber konzeptionell unterschiedlich.
  2. NWC-Anpassung vergessen: Viele Kandidaten nennen nur die Nettoverschuldung.
  3. Vorzeichen verwechseln: Ein hoher Cash-Bestand erhöht den Equity Value — eine hohe Verschuldung reduziert ihn.

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