EBITDA vs. EBIT: Warum TS-Analysten EBITDA bevorzugen
EBITDA oder EBIT? Im Transaction Services hat EBITDA einen klaren Vorzug. Warum das so ist und wann EBIT trotzdem relevant bleibt – ein Überblick.
Im M&A-Kontext hört man fast ausschließlich von EBITDA. Doch warum bevorzugen TS-Analysten EBITDA gegenüber EBIT? Und wann spielt EBIT noch eine Rolle? Dieser Artikel klärt die wichtigsten Unterschiede.
Die Definitionen
EBIT (Earnings Before Interest and Taxes):
EBIT = Jahresergebnis + Steuern + Zinsen
EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization):
EBITDA = EBIT + Abschreibungen auf Sachanlagen (D) + Amortisierung immaterieller Werte (A)
Der einzige Unterschied: EBITDA schließt auch Abschreibungen aus.
Warum EBITDA im TS bevorzugt wird
1. Kapitalstrukturunabhängigkeit
EBITDA abstrahiert von der Finanzierungsstruktur (keine Zinsen). Das erlaubt den Vergleich zwischen Unternehmen mit unterschiedlich hoher Verschuldung – zentral im M&A.
2. Abschreibungsbereinigung
Abschreibungen sind buchhalterische Größen – kein Cash-Abfluss. EBITDA ist als Näherungswert für den operativen Cash Flow nützlicher.
3. Bewertungskonvention
EV/EBITDA ist der dominante Multiple im M&A. Deals werden in EBITDA-Multiples kommuniziert. Wer EBIT verwendet, spricht eine andere Sprache als der Markt.
4. Vergleichbarkeit bei unterschiedlichen Abschreibungspolitiken
Zwei Unternehmen mit identischem Geschäft können unterschiedliche Abschreibungsquoten haben (z. B. durch IFRS 16). EBITDA macht diese Unterschiede sichtbarer.
Wann EBIT relevant bleibt
Trotzdem hat EBIT seinen Platz:
- Kapitalintensive Branchen (Industrie, Telekommunikation): Hier sind Abschreibungen operativ bedeutsam. EBITDA kann ein zu positives Bild zeichnen.
- Steuerplanung: EBIT ist die Basis für die effektive Steuerlast.
- Debt-Covenants: Banken verwenden manchmal EBIT-basierte Kennzahlen.
Die wichtige Botschaft für Interviews
Wenn ein Interviewer fragt "Warum EBITDA und nicht EBIT?", ist die korrekte Antwort nicht "weil es üblich ist" – sondern: weil EBITDA Kapitalstruktur, Abschreibungspolitik und Steuerregime herausnimmt und damit einen bereinigten operativen Gewinn darstellt, der für Transaktionsvergleiche geeignet ist.
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