Eine EBITDA-Brücke erstellen: Schritt für Schritt
Wie erstellt man eine EBITDA-Brücke in der Financial Due Diligence? Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Struktur, Logik und Excel-Tipps.
Die EBITDA-Brücke ist das zentrale Analyse-Tool in der Financial Due Diligence. Wer sie sicher aufstellen kann, hat eine der wichtigsten handwerklichen Kompetenzen im TS-Alltag erworben.
Was die EBITDA-Bridge leistet
Die Bridge überbrückt die Lücke zwischen dem reporteten EBITDA — dem, was in der GuV ausgewiesen ist — und dem normalisierten EBITDA — dem, was die Ertragskraft des Unternehmens tatsächlich widerspiegelt.
Sie ist das Herzstück jedes QoE-Berichts und die Grundlage für die Bewertungsdiskussion zwischen Käufer und Verkäufer.
Schritt 1: Ausgangsgröße bestimmen
Reportetes EBITDA aus dem Jahresabschluss oder den Management Accounts. Typischerweise wird die Bridge für die letzten drei bis fünf Perioden (oder LTM — Last Twelve Months) aufgestellt.
Wichtig: Klären Sie, ob das EBITDA vor oder nach IFRS 16 dargestellt wird. Das beeinflusst alle weiteren Anpassungen.
Schritt 2: Anpassungsposten identifizieren
Gehen Sie systematisch durch alle Positionen der GuV:
- Gibt es auffällige Einmalposten in den Sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen?
- Gibt es Kostenblöcke, die in einem Jahr deutlich anders aussehen als in den Vorjahren?
- Wurden Managementaussagen zu Add-Backs im Datenraum gemacht?
Notieren Sie jeden potenziellen Anpassungsposten mit GL-Buchungsnummer oder Verweis auf den entsprechenden Beleg.
Schritt 3: Kategorisieren
Ordnen Sie jeden Anpassungsposten einer der drei Kategorien zu:
- Non-Recurring: Einmalig und nachweislich nicht wiederholbar
- Run-Rate: Annualisierungseffekt eines strukturellen Ereignisses
- Pro-Forma: Strukturelle Veränderung des Unternehmens
Die Kategorisierung beeinflusst die Vertretbarkeit im Bericht: Non-Recurring-Items sind am einfachsten zu begründen.
Schritt 4: Belege verknüpfen
Für jeden Anpassungsposten brauchen Sie einen Beleg:
- GL-Buchungsdetails
- Vertrag oder Urteil
- HR-Dokument (bei Abfindungen)
- Management-Aussage (als letztes Mittel — und mit Hinweis auf die fehlende Dokumentation)
Ohne Beleg ist ein Add-Back in einem professionellen FDD-Bericht nicht tragbar.
Schritt 5: Summe und Plausibilität prüfen
Addieren Sie alle Anpassungen und berechnen Sie das normalisierte EBITDA. Dann prüfen Sie:
- Ist das Ergebnis plausibel? Passt die normalisierte EBITDA-Marge zur Branche?
- Sind einzelne Anpassungen im Verhältnis zum Gesamtergebnis sehr groß? (Wenn eine einzelne Anpassung 40 % des EBITDA ausmacht, ist das erklärungsbedürftig.)
- Gibt es widersprüchliche Anpassungen? (z. B. gleichzeitig Add-Back für Restrukturierung und Pro-Forma-Add-Back für neue Mitarbeiter)
Die Bridge in Excel aufbauen
Eine typische Excel-Bridge hat folgende Struktur:
- Zeilen: Anpassungsposten (mit Kurzbeschreibung)
- Spalten: Historische Perioden + LTM
- Farbkodierung: Non-Recurring in einer Farbe, Run-Rate in einer anderen
- Verlinkung auf Detailtabellen für jeden Posten
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