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Eine EBITDA-Brücke erstellen: Schritt für Schritt

Wie erstellt man eine EBITDA-Brücke in der Financial Due Diligence? Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Struktur, Logik und Excel-Tipps.

Veröffentlicht am 17. April 2026· 2 Min. Lesezeit

Die EBITDA-Brücke ist das zentrale Analyse-Tool in der Financial Due Diligence. Wer sie sicher aufstellen kann, hat eine der wichtigsten handwerklichen Kompetenzen im TS-Alltag erworben.

Was die EBITDA-Bridge leistet

Die Bridge überbrückt die Lücke zwischen dem reporteten EBITDA — dem, was in der GuV ausgewiesen ist — und dem normalisierten EBITDA — dem, was die Ertragskraft des Unternehmens tatsächlich widerspiegelt.

Sie ist das Herzstück jedes QoE-Berichts und die Grundlage für die Bewertungsdiskussion zwischen Käufer und Verkäufer.

Schritt 1: Ausgangsgröße bestimmen

Reportetes EBITDA aus dem Jahresabschluss oder den Management Accounts. Typischerweise wird die Bridge für die letzten drei bis fünf Perioden (oder LTM — Last Twelve Months) aufgestellt.

Wichtig: Klären Sie, ob das EBITDA vor oder nach IFRS 16 dargestellt wird. Das beeinflusst alle weiteren Anpassungen.

Schritt 2: Anpassungsposten identifizieren

Gehen Sie systematisch durch alle Positionen der GuV:

  • Gibt es auffällige Einmalposten in den Sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen?
  • Gibt es Kostenblöcke, die in einem Jahr deutlich anders aussehen als in den Vorjahren?
  • Wurden Managementaussagen zu Add-Backs im Datenraum gemacht?

Notieren Sie jeden potenziellen Anpassungsposten mit GL-Buchungsnummer oder Verweis auf den entsprechenden Beleg.

Schritt 3: Kategorisieren

Ordnen Sie jeden Anpassungsposten einer der drei Kategorien zu:

  • Non-Recurring: Einmalig und nachweislich nicht wiederholbar
  • Run-Rate: Annualisierungseffekt eines strukturellen Ereignisses
  • Pro-Forma: Strukturelle Veränderung des Unternehmens

Die Kategorisierung beeinflusst die Vertretbarkeit im Bericht: Non-Recurring-Items sind am einfachsten zu begründen.

Schritt 4: Belege verknüpfen

Für jeden Anpassungsposten brauchen Sie einen Beleg:

  • GL-Buchungsdetails
  • Vertrag oder Urteil
  • HR-Dokument (bei Abfindungen)
  • Management-Aussage (als letztes Mittel — und mit Hinweis auf die fehlende Dokumentation)

Ohne Beleg ist ein Add-Back in einem professionellen FDD-Bericht nicht tragbar.

Schritt 5: Summe und Plausibilität prüfen

Addieren Sie alle Anpassungen und berechnen Sie das normalisierte EBITDA. Dann prüfen Sie:

  • Ist das Ergebnis plausibel? Passt die normalisierte EBITDA-Marge zur Branche?
  • Sind einzelne Anpassungen im Verhältnis zum Gesamtergebnis sehr groß? (Wenn eine einzelne Anpassung 40 % des EBITDA ausmacht, ist das erklärungsbedürftig.)
  • Gibt es widersprüchliche Anpassungen? (z. B. gleichzeitig Add-Back für Restrukturierung und Pro-Forma-Add-Back für neue Mitarbeiter)

Die Bridge in Excel aufbauen

Eine typische Excel-Bridge hat folgende Struktur:

  • Zeilen: Anpassungsposten (mit Kurzbeschreibung)
  • Spalten: Historische Perioden + LTM
  • Farbkodierung: Non-Recurring in einer Farbe, Run-Rate in einer anderen
  • Verlinkung auf Detailtabellen für jeden Posten

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