Transaction Services Training
Zurück zu allen Artikeln
cashflowkapitalflussrechnungfddtransaction-services

Cashflow-Analyse in der Financial Due Diligence

Cashflow-Analyse in der FDD: Wie unterscheidet sich die TS-Perspektive von der bilanziellen Sicht? Methodik, Kapitalflussrechnung und praxisnahe Erklärungen.

Veröffentlicht am 17. April 2026· 2 Min. Lesezeit

EBITDA ist eine Annäherung an den Cashflow — aber keine genaue Messung. In der Financial Due Diligence wird die Cashflow-Analyse als Ergänzung zur EBITDA-Normalisierung genutzt, um ein vollständiges Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Warum EBITDA nicht gleich Cashflow ist

Das EBITDA ignoriert mehrere wichtige Elemente:

  • Working Capital Bewegungen: Wenn das NWC steigt, wird Liquidität gebunden — das EBITDA bleibt unberührt
  • Investitionen (CapEx): Notwendige Investitionen in Sachanlagen werden nicht abgezogen
  • Zinszahlungen: Finanzierungskosten fehlen im EBITDA
  • Steuerzahlungen: Tatsächliche Steuern werden ignoriert

Ein Unternehmen kann ein hohes EBITDA ausweisen, aber dennoch unter Liquiditätsdruck stehen — wenn z. B. das NWC stark steigt oder hohe CapEx-Anforderungen bestehen.

Die Kapitalflussrechnung in der FDD

In einer vollständigen FDD wird die Kapitalflussrechnung (Cash Flow Statement) analysiert:

Operativer Cashflow

EBIT + Abschreibungen ± NWC-Bewegungen − Steuern = Operativer Cashflow

Wenn der operative Cashflow dauerhaft unter dem EBITDA liegt, ist das ein Warnsignal — es könnte auf steigende NWC-Anforderungen oder aggressive Umsatzrealisierung hindeuten.

Investitions-Cashflow (CapEx)

  • Maintenance CapEx: Investitionen, die notwendig sind, um den aktuellen Betrieb aufrechtzuerhalten
  • Growth CapEx: Investitionen für Wachstum (neue Standorte, neue Produktlinien)

Die Unterscheidung ist relevant: Maintenance CapEx ist eine Art „versteckter Kostenfaktor", der das EBITDA überzeichnet.

Freier Cashflow (Free Cash Flow)

FCF = Operativer Cashflow − CapEx

Der FCF zeigt, wie viel Liquidität das Unternehmen nach Investitionen tatsächlich generiert. Bei Private-Equity-Investitionen ist FCF oft wichtiger als EBITDA für die Schuldendienstberechnung.

Cashflow-Kacheln in der FDD

In einer typischen FDD erscheint Cashflow-Analyse in diesen Kontexten:

  1. Kapitalflussrechnung-Überprüfung: Stimmt der ausgewiesene Cashflow mit den Bilanzbewegungen überein?
  2. NWC-Cashflow-Bridge: Wie hat sich NWC auf den Cashflow ausgewirkt?
  3. CapEx-Analyse: Wie hoch ist der strukturelle Investitionsbedarf?
  4. Nettoverschuldungsentwicklung: Wie hat sich die Nettoverschuldung trotz positivem EBITDA entwickelt?

Red Flag: Cash Conversion

Wenn ein Unternehmen ein EBITDA von 10 Mio. € hat, aber nur 2 Mio. € freien Cashflow generiert, ist das ein Signal. Die Fragen, die entstehen:

  • Steigt das NWC dauerhaft?
  • Sind die CapEx-Anforderungen besonders hoch?
  • Gibt es erhebliche Zinszahlungen?

Jede dieser Antworten ändert die Bewertungsperspektive.


Verstehen Sie Cashflow-Analyse im Deal-Kontext: Unser €119,99-Programm (einmalige Zahlung) enthält vollständige Cashflow-Szenarien in 8+ Fallstudien, über 150 EBITDA-Anpassungen und Excel-Modelle für FCF-Berechnungen. Der beste Einstieg in Transaction Services.