Bewertungsmethoden im M&A: DCF, Multiples und mehr
DCF, Transaktionsmultiples, Peer-Group-Analyse: Die wichtigsten Bewertungsmethoden im M&A erklärt – für TS-Kandidaten verständlich aufbereitet.
Bewertungsmethoden sind ein Standardthema in TS- und M&A-Interviews. Wer hier nicht sattelfest ist, verliert Punkte. Dieser Artikel gibt Ihnen den strukturierten Überblick, den Recruiter erwarten.
Die drei Säulen der Unternehmensbewertung
1. DCF – Discounted Cash Flow
Der DCF-Ansatz berechnet den Barwert zukünftiger Free Cash Flows. Er ist intern konsistent und unabhängig von Marktdaten – dafür aber sensitiv gegenüber Annahmen.
Kernschritte:
- Free Cash Flows prognostizieren (üblicherweise 5–10 Jahre)
- Terminalwert bestimmen (Gordon-Growth-Modell oder Exit-Multiple)
- WACC als Diskontierungszins berechnen
- Unternehmenswert (EV) aus Barwerten summieren
Im TS-Interview: Kandidaten sollten erklären können, warum DCF in Deals selten allein verwendet wird – zu viele Annahmen, zu wenig Marktanker.
2. Transaktionsmultiples (Comparable Transactions)
Hier wird das Unternehmen anhand von Preisen bewertet, die bei ähnlichen M&A-Transaktionen gezahlt wurden. Der gängigste Multiple: EV/EBITDA.
Vorteile:
- Spiegelt reale Transaktionspreise wider
- Enthält implizit Kontrollprämien
Nachteile:
- Abhängig von Datenqualität und Marktphase
- Vergleichbarkeit von Transaktionen oft eingeschränkt
3. Peer-Group-Analyse (Trading Multiples)
Börsennotierte Vergleichsunternehmen werden herangezogen. Da diese Kurse keine Kontrollprämien enthalten, liegen die Multiples meist niedriger als bei Transaktionsvergleichen.
Typische Multiples: EV/EBITDA, EV/EBIT, P/E, EV/Umsatz
Die Football-Field-Darstellung
In der Praxis werden alle drei Methoden kombiniert und in einem „Football Field" visualisiert: Die Bewertungsspannen der einzelnen Methoden werden übereinandergelegt, um eine Bandbreite zu zeigen.
Was TS-Analysten wissen müssen
Im Transaction Services kommt die Bewertungslogik vor allem bei der Plausibilisierung des Kaufpreises vor. Der TS-Analyst fragt: Ist das bezahlte EV/EBITDA-Multiple angesichts der normalisierten EBITDA-Basis gerechtfertigt?
Die Verbindung zwischen der Qualität der Erträge (QoE) und dem Kaufpreis ist der entscheidende Bezugspunkt.
Üben Sie diese Konzepte mit unseren Fallstudien – in einem strukturierten Kursformat, das genau auf TS-Interviews ausgerichtet ist.
