Interne Kontrollen und ihre Bedeutung in der FDD
Interne Kontrollen in der Financial Due Diligence: Was prüft die FDD, was überlässt sie anderen Workstreams, und welche Schwächen sind red flags?
Interne Kontrollen sind in einer Financial Due Diligence kein primäres Analyseziel — aber Schwächen im internen Kontrollsystem (IKS) sind oft ein Indikator für tiefere Risiken.
Was interne Kontrollen in der FDD bedeuten
Eine FDD ist keine Prüfung des internen Kontrollsystems im Sinne einer Abschlussprüfung. Die FDD analysiert, ob die finanzielle Darstellung des Unternehmens zuverlässig und nachhaltig ist. Dabei stößt sie unweigerlich auf die Qualität der Buchhaltungsprozesse.
Indizien für schwache interne Kontrollen, die in der FDD auffallen:
- Inkonsistente Datenbasis: Zahlen aus verschiedenen Quellen weichen voneinander ab
- Fehlende Dokumentation: Buchungen ohne Belege, Rückstellungen ohne Berechnungsgrundlagen
- Manuelle Prozesse: Viele manuelle Eingriffe in die Buchhaltung erhöhen das Fehler- und Manipulationsrisiko
- Häufige Umbuchungen und Korrekturbuchungen: Zeigen, dass Erstbuchungen oft ungenau sind
- Späte Abschlüsse: Wenn Monatsabschlüsse regelmäßig mit mehrwöchiger Verzögerung vorliegen
Was in der FDD konkret analysiert wird
Die FDD nutzt die verfügbaren Daten, um die Zuverlässigkeit der finanziellen Information einzuschätzen:
Konsistenzprüfungen
- Stimmt der Jahresabschluss mit den Management Accounts überein?
- Passt der ausgewiesene Cashflow zur Bilanzentwicklung?
- Sind die ausgewiesenen GuV-Zahlen mit dem GL konsistent?
Buchungsanalysen
Wenn der FDD-Analyst Zugang zum GL hat, kann er ungewöhnliche Buchungsmuster identifizieren:
- Große Einzelbuchungen auf ungewöhnliche Konten
- Buchungen kurz vor Jahres- oder Quartalsschluss
- Stornierungen und Gegenbuchungen in hoher Zahl
Rückstellungspolitik
Werden Rückstellungen konservativ oder aggressiv gebildet? Werden sie gerechtfertigt?
Was FDD-Teams empfehlen
Wenn strukturelle Schwächen im IKS identifiziert werden, erscheinen im FDD-Bericht Hinweise wie:
„Im Rahmen unserer Analyse haben wir festgestellt, dass monatliche Abschlüsse regelmäßig erst nach sechs bis acht Wochen vorliegen. Dies schränkt die Belastbarkeit der Management-Accounts ein. Wir empfehlen dem Käufer, nach Closing in eine Verbesserung der Reporting-Infrastruktur zu investieren."
Was TS-Analysten wissen müssen
IKS-Kenntnisse aus dem Audit sind in TS nützlich — aber die Perspektive ist anders. Nicht: „Ist das Kontrollsystem prüfungskonform?" Sondern: „Wie verlässlich sind die Zahlen, auf die wir unsere Analyse stützen?"
Wenn die Datenbasis unzuverlässig ist, muss das im Bericht transparent gemacht werden.
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