Goodwill und immaterielle Werte in der FDD
Wie werden Goodwill und immaterielle Vermögenswerte in der Financial Due Diligence behandelt? Was TS-Analysten über Impairment und PPA wissen müssen.
Goodwill und immaterielle Vermögenswerte sind in Bilanzen von Unternehmen mit M&A-Geschichte oft erheblich. Im TS sind sie ein wichtiges Analysefeld – auch wenn sie im EBITDA selbst keine direkte Rolle spielen.
Was ist Goodwill?
Goodwill entsteht, wenn ein Unternehmen mehr zahlt als den Zeitwert der übernommenen Nettovermögenswerte. Er repräsentiert:
- Marke und Reputation
- Kundenstamm
- Mitarbeiter und Know-how
- Synergieerwartungen des Käufers
Nach IFRS 3 wird Goodwill nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf Werthaltigkeit geprüft (Impairment-Test).
Bedeutung in der FDD
Impairment-Risiko
Wenn ein hoher Goodwill auf der Bilanz liegt, ist die Frage: Wurde er angemessen getestet? Ein ausstehender Impairment-Bedarf ist ein Risiko für den Käufer.
- Ist der Wert der CGU (Cash Generating Unit) noch gegeben?
- Welche Annahmen liegen dem Impairment-Test zugrunde?
- Wurden in der Vergangenheit bereits Abschreibungen vorgenommen?
Purchase Price Allocation (PPA)
Nach IFRS 3 müssen bei einem Erwerb alle identifizierbaren immateriellen Werte separat bewertet und ausgewiesen werden:
- Kundenlisten
- Patente und Lizenzen
- Technologie
- Markenrechte
Erst der verbleibende Rest wird als Goodwill aktiviert. Eine sorglose PPA aus der Vergangenheit kann bedeuten, dass zu viel als undifferenzierter Goodwill ausgewiesen wurde.
Immaterielle Werte und EBITDA
Immaterielle Werte werden abgeschrieben (anders als Goodwill nach IFRS). Diese Abschreibungen:
- Fließen in den EBIT ein, nicht aber ins EBITDA
- Werden manchmal in der NWC-Brücke oder Bewertung diskutiert
- Sind bei PPA-getriebenen Amortisierungen (PPA-Amortization) vom adjusted EBITDA separierbar
Was Interviewer fragen
- "Ein Unternehmen hat 50 Mio. EUR Goodwill auf der Bilanz. Was prüfen Sie?"
- "Wie unterscheidet sich Goodwill-Abschreibung unter HGB von IFRS?"
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